BMW ISETTA

 

 

 

 

Mit der BMW Isetta erfüllte sich vor 50 Jahren für viele der Traum vom komfortablen Fortbewegungsmittel:
Stahldach, Heizung und Stauraum. Heute symbolisiert die BMW Isetta   eines der „Wirtschaftswunderautos“.

 


im Hintergrund der Vater des Wirtschaftswunders Ludwig Erhardt; davor eine frühe Isetta als “Pick up” der Braunschweiger Spedition Wandt

 

Nicht mehr Motorrad, aber auch noch kein richtiges Auto, war sie für jedermann erschwinglich und entsprach mit ihrem exzentrischen Design dem progressiven Zeitgeist. Liebevoll auch „Knutschkugel“ genannt prägt sie bis heute die Erinnerungen an die Fünfziger Jahre und ist längst ein Kultobjekt geworden.

 

 

BMW war der am schwersten geschädigte Automobilhersteller Deutschlands. Die Produktionsstätten in Eisenach waren verloren. Werksanlagen im Werte von 160 Millionen Mark wurden demontiert. Das Unternehmen hatte sich in der Nachkriegszeit neben der Fertigung von Luxusautos ganz auf die Produktion von Motorrädern festgelegt und dabei die eigene Entwicklung eines Kleinwagens versäumt.
Statt eines Kleinwagens wurde bei BMW 1954 ein Motorroller entwickelt, der bereits  1954 schon wieder eingestellt wurde.

Der Mailänder Hersteller ISO baute seit 1953 das Modell Isetta. BMW-Direktor Grewening entdeckte das Fahrzeug 1954 auf dem Turiner Automobilsalon. 
Kurz darauf nahmen die Münchner Autobauer die Lizenzverhandlungen für das Minimalfahrzeug auf.

 


Die Iso Isetta

 

Zwischen den Verhandlungspartnern wurde schnell Einigkeit erzielt. BMW erwarb den Lizenzvertrag des Isetta Nachbaus für Deutschland, Österreich, die Schweiz und die skandinavischen Länder. Im Lizenzvertrag wurde festgelegt, dass die Presswerkzeuge der ISO Isetta nach München zu verlegen sind, um so auch für ISO im Lohnauftrag die Karosserien zu fertigen. Die Fertigungsanlagen für den Rahmen wurden ebenfalls von ISO an BMW geliefert.

 


Profilrahmen mit Motor und Lenksäule

Isetta für die ganze Familie

 

BMW mußte also in kürzester Zeit die Produktion aufnehmen, nicht zuletzt auch wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation des Unternehmens. Eine Tagesproduktion von 100 Einheiten und eine Jahresproduktion von ca. 12.000 - 15.000 Isetten wurde geplant.
Der Fertigungsbeginn war für den April 1955 vorgesehen. Es bestand die Möglichkeit, die Tagesproduktion auf 200 - 300 Fahrzeuge bei Bedarf zu steigern.

 

 

Trotz des Lizenvertrages hat BMW die Isetta ein wenig umgebaut:
Der lärmende Zweitakter des Originals wurde durch einen 250 ccm-Viertakter aus dem BMW-Motorrad R25 ersetzt. Die neu geformten Scheinwerfer wurden etwas höher angesetzt und das Blech wurde an manchen Stellen gerafft und gebügelt.

 

 

Im April 1955 wurde das "Motocoupé" offiziell als BMW Isetta vorgestellt. Das eintürige Fahrzeug mit zweieinhalb Sitzplätzen (zwei Erwachsene, ein Kleinkind) fand schnell den Weg in die Herzen der Wirtschaftswunder-Deutschen. An der Fronttür waren Lenkrad und Armaturenbrett befestigt. Zwölf PS leistete der kleine Motor und verlieh dem Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h.Außerdem hielt die Tür auch noch das gewöhnungsbedürftige Schaltknüppelchen für die unsynchronisierte Klauenschaltung.

 

 

Im ersten Jahr wurden rund 13.000 der eiförmigen Autos verkauft. Mehr als 25.000 Isetta 250 lieferte BMW in den Jahren 1955 und 1956 aus.

Zubehörteile wurden für die Isetta auch angeboten. Ein verchromter Aschenbecher, Zierringe auf den Radkappen, Gepäckgalerie oder Gummiüberzüge für die Pedalerie wurden mit Aufpreis angeboten. Die Heizung, die für 45 DM Aufpreis zu haben war, zählte auch zu den aufpreispflichtingen Zubehörteilen. Nach den geltenden Deutschen Zulassungsbestimmungen mußte allerdings jedes Auto eine Heizung haben, so hatte der Kunde in diesem Fall  keine Wahl.
Bis 1957 hatten die Münchner knapp 40.000 Autos verkauft. Aber je länger das Wirtschaftswunder anhielt, desto geringer wurde das Interesse an der Isetta.
BMW versuchte mit dem Typ 600, einer verlängerten, viersitzigen Version den Erfolg fortzusetzen.

Bis 1962 wurde die Isetta noch gebaut. Nach insgesamt 161.728 Exemplaren war dann aber endgültig Schluss. Die Zeit für ein Auto in Eiform mit nur einer Tür und maximal 13 PS war einfach vorbei.

 

 

Wer trotzdem auch heute an diesem Fahrzeug nicht vorbei kommt:
Die englische Firma Tri-Tech, ursprünglich Lieferant von Ersatzteilen, vertreibt noch immer einen Isetta-Nachbau unter dem Namen "Zetta", erhältlich als Bausatz (2650 engl. Pfund) oder auch fertig zusammengebaut (ab 9450 engl. Pfund).  <www.tri-techautocraft.co.uk>

 

Auf dem Weg zum Formel 1 Rennen nach Monza, 2004

 

Technische Daten:

 

Motor:
Hubraum:
Getriebe:
Leistung:
Vmax:
Länge:
Breite:

1 Zylinder 4 Takt Motor
247 ccm
4 Gang + R
12 PS
85 km/h
2850 mm
1380 mm